„Worte, die bleiben" – warum Saskia Kutscha Trauungen mit Herz und Haltung gestaltet

Zuhören, fühlen, benennen – für Saskia Kutscha beginnt eine gute Trauung lange vor dem eigentlichen Ja-Wort. Als Standesbeamtin und geprüfte Rhetorik- und Kommunikationstrainerin bringt sie nicht nur fachliche Erfahrung mit, sondern vor allem ein feines Gespür für Menschen und ihre Geschichten. Im Interview erzählt sie, wie sie zur freien Traurednerin wurde, warum Vielfalt für sie eine Herzensangelegenheit ist und weshalb Worte in emotionalen Momenten eine ganz besondere Kraft entfalten.

1. Saskia, erinnerst du dich noch an den Moment, in dem du wusstest: „Ich will Traurednerin werden“? Was hat dich damals gepackt?

Zum ersten Mal habe ich gespürt, dass ich Rednerin werden möchte, als ich nach einer standesamtlichen Trauung die Reaktionen der Menschen erlebt habe. Ich bin erst knapp drei Jahre Standesbeamtin, eigentlich nur durch Zufall habe ich diese Aufgabe mit übernommen. Und ich war bei meinen ersten Trauungen ganz schön aufgeregt. Aber dann: Das Gefühl, dass meine Worte etwas ausgelöst haben. Lachen, ein paar Tränchen und echte Aufmerksamkeit – nicht nur bei dem Brautpaar, auch bei den Gästen.
Im Standesamt haben wir ja einen verbindlichen Rahmen und leider auch nicht allzu viel Zeit. Die freie Trauung eröffnet da ganz andere Möglichkeiten.

2. Jedes Paar ist anders – wie schaffst du es, aus Gesprächen, Lachen und kleinen Anekdoten eine Trauung zu machen, in der sich die beiden wirklich wiederfinden?

Ich begegne Menschen am liebsten, indem ich ihnen zuhöre. Ich gebe Raum, damit Geschichten entstehen dürfen – ohne Druck, ohne Bewertung. An den richtigen Stellen stelle ich Fragen. Fragen, die mir helfen, Worte für das zu finden, was oft vom Brautpaar nur gefühlt wird.
Mit Humor möchte ich Hemmungen nehmen. So entsteht eine Atmosphäre, in der meine Brautpaare sich zeigen können, wie sie wirklich sind.
Und das alles lasse ich in meine Rede einfließen.

3. Als geprüfte Rhetorik- und Kommunikationstrainerin sowie Standesbeamtin bringst du viel Erfahrung mit. Wie prägt dieser berufliche Hintergrund deine Arbeit als freie Traurednerin?

Die Ausbildung zur Rhetorik- und Kommunikationstrainerin war für mich eine sehr starke Grundlage für das Schreiben von Traureden – nicht, weil sie „schöner formulieren“ lehrt, sondern weil sie mir gezeigt hat, wie Sprache wirkt und wie Kommunizieren gelingen kann.
Das hilft mir, aus den Treffen mit den Paaren eine stimmige Geschichte zu schreiben. Aus standesamtlicher Sicht habe ich das grundsätzliche Verständnis für den Ablauf mitgebracht. Außerdem freue ich mich immer, wenn ich auch Fragen zur standesamtlichen Trauung beantworten kann!

4. „Love is love“ ist für dich eine Herzensangelegenheit. Warum ist dir Vielfalt in der Hochzeitswelt so wichtig?

Liebe fragt für mich nicht nach Kategorien. Sie fragt nicht nach Normen oder Erwartungen. Und jede Liebe, die ehrlich ist, verdient denselben Raum, dieselbe Würde, dieselbe Anerkennung. Das ist meine absolute Überzeugung.

5. Du sagst, Worte sind für dich magisch. Gibt es einen Moment in einer Trauung, an dem du selbst immer wieder Gänsehaut bekommst?

In emotionalen Momenten sind Menschen nicht geschützt durch Alltag, nicht gepuffert durch Routine. Was dann gesagt wird, sinkt tiefer. Es wird nicht nur gehört – es wird gespeichert. Darum sind Worte in einer Trauung magisch. Nicht, weil sie zaubern,
sondern weil sie benennen, was das Paar selbst vielleicht nie so formulieren würde – und genau darin liegt für mich die Magie.

6. Wenn Paare nach ihrer Trauung nach Hause gehen – was sollen sie fühlen oder vielleicht sogar sagen: „Genau deshalb war Saskia unsere Traurednerin“?

Das Paar sollte spüren: Unsere Geschichte wurde wirklich verstanden. Nicht interpretiert, nicht ausgeschmückt, sondern ehrlich erzählt. Natürlich wünsche ich mir ein „Wow-Gefühl“, aber viel wichtiger ist mir, dass alles stimmig war. Wenn meine Brautpaare gespürt haben, dass ich jedes Wort von ganzem Herzen gesprochen habe und sie sich in meiner Geschichte wiedergefunden haben, wenn sie gelacht und geweint haben, dann macht mich das unheimlich glücklich. Wenn sie dann auch noch auf die Termine zur Vorbereitung als entspannt, locker und kreativ zurückblicken, dann ist mein Glück perfekt.

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