„Et kütt wie et kütt – und am Ende wird’s wunderschön“ Selina Stracke über echte Momente, große Gefühle und Trauungen mit ganz viel Herz

Menschen und ihre Geschichten – genau dafür schlägt Selinas Herz. Als freie Rednerin begleitet sie Paare an einem der emotionalsten Tage ihres Lebens und macht aus ihren ganz persönlichen Geschichten eine Zeremonie, die berührt, zum Lachen bringt und vor allem eines ist: echt.

Dabei darf auch mal etwas schiefgehen. Denn für Selina sind es oft gerade die ungeplanten Augenblicke, die eine Hochzeit besonders und unvergesslich machen. Mit ihrer herzlichen, humorvollen und zugleich wunderbar gelassenen Art schafft sie einen Raum, in dem große Gefühle genauso Platz haben wie kleine Pannen und herzliches Lachen.

Ihr kölsches Lebensmotto „Et kütt wie et kütt. Et hätt noch immer jot jejange.“ passt dabei perfekt zu ihrer Haltung: nicht alles muss perfekt laufen, solange es sich richtig anfühlt. Im Interview erzählt Selina, warum sie Menschen und ihre Geschichten so faszinieren, welche Begegnungen sie besonders berühren und warum ihr persönliches Motto „Erzähl mir was Schönes“ viel mehr ist als nur ein schöner Satz.

1. Selina, du sagst selbst, dass dich Menschen und ihre Geschichten faszinieren. Wann hast du gemerkt, dass du genau daraus deinen Beruf machen möchtest?

Eigentlich wollte ich ursprünglich Standesbeamtin werden, weil ich mich schon immer gerne mit glücklichen Menschen und positiven Momenten umgeben habe. Ich bin selbst ein lebensfroher Mensch und glaube fest daran, dass gute Energie ansteckend ist. Als dieser Weg sich nicht ergeben hat, habe ich in meine Ausbildung zur freien Rednerin investiert – rückblickend die beste Entscheidung überhaupt. Heute darf ich genau das tun, was ich liebe: Menschen zuhören, ihre Geschichte kennenlernen und daraus eine Zeremonie gestalten. Deshalb lautet mein persönliches Motto auch: „Erzähl mir was Schönes."


2. Du betonst immer wieder, dass deine Trauungen „nicht perfekt, sondern echt" sein sollen. Was bedeutet das für dich und warum sind gerade die kleinen, ungeplanten Momente oft die schönsten?

Perfektion ist für mich oft eine Illusion. Das Leben schreibt seine schönsten Geschichten genau dann, wenn etwas anders läuft als geplant. Vielleicht lacht plötzlich der Opa laut los, der Hund läuft durchs Bild oder es beginnt zu regnen – genau diese Momente machen eine Hochzeit authentisch. Mein Ziel ist nicht die perfekte Inszenierung, sondern Erinnerungen zu schaffen, die sich nach dem Paar anfühlen. Denn genau diese echten Augenblicke bleiben am Ende für immer im Herzen.


3. Im Kennenlerngespräch stellst du deinen Paaren viele persönliche Fragen. Gibt es eine Geschichte oder einen Moment, der dich dabei besonders berührt oder zum Lachen gebracht hat?

Davon gibt es tatsächlich viele. Besonders berührt mich immer, wenn Paare sich während unseres Gesprächs plötzlich wieder verliebt anschauen, weil sie sich an gemeinsame Erlebnisse erinnern. Genauso liebe ich die Momente, in denen wir Tränen lachen, weil jemand erzählt, wie der Heiratsantrag völlig schiefgelaufen ist oder das erste Date alles andere als romantisch war. Genau diese kleinen Geschichten machen jedes Paar einzigartig – und später auch jede Rede.


4. Dein kölsches Motto „Et kütt wie et kütt. Et hätt noch immer jot jejange." begleitet dich schon dein ganzes Leben. Wie hilft dir diese Einstellung bei Hochzeiten – besonders dann, wenn einmal nicht alles nach Plan läuft?

Dieses Motto nimmt unglaublich viel Druck heraus. Hochzeiten sind emotional, lebendig und manchmal eben auch unvorhersehbar. Wenn etwas anders läuft als geplant, suche ich keine Schuldigen, sondern nach Lösungen. Ruhe ist ansteckend – und wenn das Brautpaar merkt, dass ich gelassen bleibe, können sie ihren Tag trotzdem unbeschwert genießen. Am Ende ist es oft genau dieser ungeplante Moment, an den sich alle noch Jahre später erinnern.


5. Hinter der Traurednerin steckt auch ein echter Familienmensch, Hundemama von Dalmatiner Wiesel, Reise-Liebhaberin und bekennender Fan von Mettbrötchen und Limoncello Spritz. Welche deiner persönlichen Eigenschaften spiegeln sich besonders in deinen Trauungen wider?

Ich glaube, meine größte Stärke ist, dass ich Menschen offen und ohne Vorurteile begegne. Ich bin herzlich, humorvoll und nehme mich selbst nicht zu ernst. Gleichzeitig bin ich sehr organisiert und behalte auch in turbulenten Situationen den Überblick. Genau diese Mischung aus Leichtigkeit, Struktur und echter Menschlichkeit gibt meinen Paaren Sicherheit – und schafft den Raum für unvergessliche Emotionen.

Ich lache gerne, bin sehr nahbar und nehme das Leben mit einer guten Portion Humor – genau das dürfen meine Paare auch in ihren Trauungen erleben. Denn ich bin überzeugt: Eine Zeremonie darf Tränen der Rührung hervorrufen, aber genauso herzliches Lachen.


6. Wenn deine Paare nach der Trauung nur einen einzigen Satz über dich sagen könnten – welcher wäre das und warum ist genau dieser Satz dein persönliches Ziel?

Natürlich freue ich mich, wenn ein Paar sagt: „Selina hat unsere Geschichte genauso erzählt, wie sie ist – ehrlich, emotional und mit ganz viel Herz." Doch mein heimliches Lieblingskompliment kommt oft von den Gästen: „Jetzt möchte ich auch noch einmal heiraten."

Genau das ist mein Ziel. Ich möchte Menschen mitreißen, Emotionen wecken und zeigen, wie besonders eine freie Trauung sein kann. Wenn Gäste mit einem Lächeln nach Hause gehen und sich wünschen, diesen Moment selbst noch einmal zu erleben, dann weiß ich, dass ich sie wirklich berührt habe.

Vielen Dank für das Interview, liebe Selina!

Selina Stracke

https://www.trauzeit.net/

Fotos: Bastian Ramakers

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