trauchecks Trauredner Umfrage 2023 - Ergebnisse

Wie auch in den letzten Jahren haben wir auf unserem Portal eine groß angelegte Umfrage unter den Trauredner*innen durchgeführt. Diese Erhebung ermöglicht interessante Einblicke ins Traurednerbusiness. Wie hoch ist das durchschnittliche Honorar? Wie lange dauert die Vor- und Nachbereitung einer kompletten Trauzeremonie? Macht sich die aufkommende Rezession durch Zurückhaltung oder häufigere Preisdiskussionen bemerkbar? Diese und viele weitere Fragen wurden im Rahmen unserer Online-Umfrage von Trauredner*innen beantwortet.

Ein besonderer Dank geht auch dieses Jahr an Uwe Klink, der diese Umfrage wie viele andere Trauredner auf eigenen Kanälen beworben hat. Wir freuen uns sehr, dass die Beteiligung an der Umfrage im Vergleich zum letzten Jahr um ganze 44% gestiegen ist. Vielen Dank dafür!

Die Ergebnisse aus den vergangenen Jahren findet ihr unter Trauredner Umfrage 2018/19, Trauredner Umfrage 2020, Trauredner Umfrage 2021 und Trauredner Umfrage 2022.

Überblick zu den Teilnehmer*innen

Im ersten Schritt möchten wir Euch einen Überblick über die Teilnehmer*innen der Umfrage 2022/23 geben: Die Traurednerinnen führen unsere Statistik mit 83,3%, mal wieder an. Schaut man auf die Vollzeitbeschäftigung der Trauredner*innen, so führen nur etwa ein Drittel aller Beschäftigten die Tätigkeit in Vollzeit aus. Beim Alter unser Teilnehmer*innen zeigt sich innerhalb der Altersgruppen ein relativ ausgeglichenes Ergebnis. Wie auch im Vorjahr, zeigt die Verteilung, dass die Redner*innen zwischen 26 und 55 Jahren alt sind.

Spezifische Fragen

Kommen wir im Folgenden nun zu den spezifischen Fragen der Trauredner*innen Umfrage 2022/23

Wie im letzten Jahr sind die meisten Teilnehmer*innen zwischen 2 und 5 Jahren als Trauredner*innen aktiv. Ein gutes Drittel ist bereits seit über 5 Jahren im Geschäft. Die Anzahl derer, die 1 bis 2 Jahre im Business sind, ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Waren es 2022 noch 9,4% aller Befragten, so sind es in diesem Jahr 22,5 %. Wie auch schon in den Vorjahren sinkt die Zahl der Newcomer in der Branche weiter.

Wie qualifizieren sich Redner*innen für ihre Tätigkeit? Die Möglichkeiten der Qualifizierung sind groß. Von Online-Kursen, über Coachings, Seminaren und IHK-Kursen über Selbststudium bis hin zum Theologiestudium oder der Tätigkeit als Standesbeamter bzw. Standesbeamtin. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Unsere Umfrage zeigt drei deutliche Qualifizierungs-Säulen.

Die Weiterbildung über Seminare und Workshops steht mit 50,7% an der Spitze. Das Selbststudium steht mit 23,2% aller Stimmen auf dem zweiten Platz. Die Qualifikation übers Hochschulstudium, bspw. in Theologie oder Germanistik, geben 8% aller Befragten an.

Auch die Trauredner*innen-Branche steht nicht still. Wer Neuerungen und Trends nicht verpassen möchte, der sollte sich fortwährend weiterbilden. Über die Hälfte aller Befragten besuchen daher Seminare und Workshops zu Weiterbildungszwecken. Ein fast genauso großer Teil der Befragten geben an; sich im Selbststudium fortzubilden. Coachings und Mentorings stehen mit 35,5 % auf Platz 3 bei den Befragten. Interessanterweise geben 5,1% an; sich nicht weiterzubilden. Wie auch im Vorjahr wird der Austausch mit Kolleg*innen oder anderen Dienstleistern von nur knapp 1% genutzt, obwohl Networking ja nachweislich zu mehr Erfolg führt.

Wenn es um den Radius geht, in dem die Redner*innen unterwegs sind, dann ist zu erkennen, dass viele Kilometer auf sich genommen werden. 36,2% der Hochzeitsredner*innen nehmen Aufträge in einem Umkreis von 250 km an. Genauso viele haben ihr Einsatzgebiet auf einen Radius zwischen 50-100 km beschränkt. 23,9% aller Befragten liegen dazwischen und bedienen Trauungen im Umkreis zwischen 100 - 250 km. Nur 3,6% der Befragten bewegen sich, mit maximal 50 km, in einem kleinen Radius.

Schauen wir auf die Wettbewerbssituation, so finden wir wie in den Vorjahren schon eine tendenziell starke Ausprägung. Im Vergleich zu 2021 ist die Wettbewerbssituation fast unverändert gleich geblieben und auch nicht weiter angestiegen.

Gutes benötigt Zeit! Schließlich wurde Rom auch nicht an einem Tag gebaut. Dies gilt auch für eine Trauzeremonie. Der Zeitaufwand ist im Vergleich zu den Vorjahren fast unverändert. 53,6% aller Befragten benötigen im Schnitt zwischen 21-30h für die Vor- und Nachbereitung einer Zeremonie. 31,9% benötigen nur 11-20h. Mehr als 30h Arbeitszeit benötigen 11,6% aller Befragten. Nur 2,9% gaben einen Zeitaufwand von 5-10h an und stellen damit eine klare Ausnahme da.

Honorare 2022/2023

Eines der spannendsten Themen ist wohl die Frage nach dem Honorar. Wie viel sind Paare bereit für ihre Traumhochzeit auszugeben? In unserer Umfrage haben wir dabei nach den Netto-Kosten ohne Fahrtzeit gefragt. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Honorare tatsächlich erhöht.

Die Mehrheit von knapp 26,1 % gibt einen Betrag von 1101-1300 Euro als Honorar an. Knapp darunter mit 24,6% wird die Trauzeremonie mit 901-1100 Euro berechnet. 22,5% bewegen sich in einem Preissegment zwischen 701-900 Euro. Einen Betrag von unter 700 Euro veranschlagen nur 5,1% der Befragten. Dasselbe gilt mit 5,1% für Trauzeremonien, die mehr als 1501 Euro kosten. Während im Vorjahr nur ein kleiner Teil der Befragten ein Honorar von 1301-1500 berechnete, hat sich die Anzahl in diesem Jahr auf 16,7% verdoppelt.

Bei den Honoraren gibt es in diesem Jahr ein immer klarer werdendes Bild. Lag das durchschnittliche Honorar 2021 noch bei 901-1100 Euro, so liegt es bei der diesjährigen Umfrage im Segment zwischen 1101-1300 Euro. Daraus lässt sich eine Preissteigerung ableiten. An dieser Stelle könnte man vermuten, die Redner haben pandemiebedingt als auch inflationsbedingt ihre Preise angehoben. Eine weitere Vermutung könnte aber auch eine Erhöhung aufgrund der steigenden Berufserfahrung sein. Viele Newcomer beginnen mit niedrigen Honoraren, um diese nach ein paar Jahren Berufserfahrung schrittweise zu erhöhen.

Die Frage, ob geplant ist das Honorar für 2023 aufgrund der Inflation zu erhöhen, beantworteten 39,4% der Befragten mit nein. 32,8% werden ihr Honorar um weniger als 10% erhöhen. Eine Erhöhung von mehr als 10% werden 27% aller Befragten vornehmen.

Wie auch in den vergangenen Jahren haben wir nach der Zufriedenheit mit den Honoraren gefragt. Bei dieser Frage fallen die Antworten durchwachsen aus. Jedoch lässt sich ablesen, dass die meisten Befragten mit ihren Honoraren generell zufrieden sind und es eine Tendenz nach oben gibt. Nur wenige Redner*innen sind gar nicht oder nur teilweise zufrieden mit ihrem Honorar.

Auftragslage

Während das Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie noch sehr angespannt war, hat sich die Auftragslage in den letzten beiden Jahren wieder deutlich entspannt. 35,5% aller Befragten haben im letzten Jahr 11-20 Trauungen begleitet. Knapp ⅓ aller Befragten begleiteten zwischen 1-10 Hochzeiten. 26,8% begleiteten 21-35 Trauungen. Wie auch im letzten Jahr wurden mehr als 35 Reden von nur sehr wenigen Rednerinnen begleitet. Dies zeigt, dass viele der Trauredner*innen ihre Tätigkeit noch nebenberuflich ausüben.

Weiterhin haben wir nach der Ausfallquote an Traureden 2022 gefragt und folgende Antworten von den Befragten erhalten. Während im Jahr 202, aufgrund von Corona, noch viele Hochzeiten abgesagt oder verschoben worden sind, schauen wir sehr positiv auf das Jahr 2022 zurück. 72,5% aller Befragten geben für das letzte Jahr nämlich keine Ausfälle an. Allerdings mussten noch 26,1% Ausfälle bis zu 25% hinnehmen.

Beim Thema Verschiebungen haben wir nach Problemen mit den Paaren gefragt. 86,2% aller Befragten geben an, dass sie keine Probleme mit Verschiebungen von Trauungen hatten. Dies zeigt, dass auf beiden Seiten viel Verständnis entgegengebracht wurde. Etwa 11,6% der Befragten und damit deutlich weniger als im Jahr 2021 hatten wiederum mit Problemen durch Absagen und Verschiebungen zu kämpfen. Nur 0,7% nahmen finanzielle Verluste hin, um sich nicht zu streiten.

Blicken wir auf die Saison 2023

Auf die Frage, wie viele Trauungen sie planen im Jahr 2023 anzunehmen, antworteten 25,4% der Teilnehmer mit 1-10 Aufträgen. 44,2% der Befragten planen zwischen 11-20 Aufträgen und 24,6% aller befragten Trauredner*innen planen 21-35 Aufträge anzunehmen. Etwa 5% und damit ein kleinerer Teil plant mehr als 36 Brautpaare zu betreuen.

Auf die Frage, wie die Auftragslage für 2022 bewertet wird, fallen die Antworten gemischt aus. Die meisten Stimmen sind im Mittelfeld mit Tendenz nach oben zu finden. Nur wenige Trauredner*innen sind gar nicht mit ihrer Auftragslage zufrieden.

Aufgrund der aufkommenden Rezession haben wir gefragt, ob es seitens der Brautpaare zu Zurückhaltung oder häufigeren Preisdiskussionen kommt. Über die Hälfte der Befragten beantwortete diese Frage mit ja. 43,8% verneinten die Frage. Dies lässt vermuten, dass aufgrund der Konkurrenzsituation seitens der Brautpaare mehrere Angebote eingeholt werden. Aufgrund von Sparmaßnahmen entscheiden diese sich dann vielleicht eher für das günstigere Angebot.

Sorgen/Bedenken über die Branche

Und auch in dieser Befragung äußern die Teilnehmer*innen ihre Sorgen und Bedenken über die Branche. So haben die Befragten Bedenken hinsichtlich der preislichen Entwicklungen aufgrund der Inflation. Trauungen entwickeln sich zu einem Luxusgut, dass sich in Zukunft nicht mehr jedes Brautpaar leisten kann oder auch nicht leisten möchte. Zudem werden wie in den letzten Jahren Bedenken aufgrund der Konkurrenzsituation geäußert. Der Markt wächst sehr schnell, was zu immer größerer Konkurrenz führt, wodurch Anfragen und Buchen deutlich zurückgehen. Zu viele günstige Reden zu Dumpingpreisen und deutliche Qualitäts- und Niveauverlust sind in der Branche zu verzeichnen.

Hinweis in eigener Sache

Wenn euch die Auswertung unserer Trauredner*innen-Umfrage gefällt, würden wir uns sehr über das aktive Teilen freuen. Möchtet Ihr selbst über die Umfrage berichten, so könnt Ihr weitere Auswertungen direkt bei uns anfragen.

 

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