trauchecks Trauredner Umfrage 2022 - Ergebnisse

Wie auch in den letzten Jahren haben wir auf unserem Portal eine groß angelegte Umfrage unter den Trauredner*innen durchgeführt. Diese Erhebung ermöglicht interessante Einblicke ins Traurednerbusiness. Wir freuen uns sehr, dass die Beteiligung an der Umfrage in diesem Jahr um 100% gestiegen ist und präsentieren im folgenden Artikel die Befragungsbefunde.

Ein besonderer Dank geht daher an Uwe Klink, der diese Umfrage wie viele andere Trauredner auf eigenen Kanälen beworben hat. Vielen Dank dafür!

Zunächst möchten wir allen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sagen Danke für eure Zeit und eure Ehrlichkeit. Die Ergebnisse aus den vergangenen Jahren findet ihr unter Trauredner Umfrage 2018/19, Trauredner Umfrage 2020 und Trauredner Umfrage 2021.

Wie auch schon 2020 war auch 2021 von der Corona-Pandemie betroffen. Für die Saison 2022 sind wir allerdings zuversichtlich, was die Hochzeitssaison angeht. Das zeigt sich auch in der Anzahl der Teilnehmer, die in diesem Jahr mit 96 Teilnehmern ungefähr doppelt so hoch ist, wie im vergangenen.

 

Überblick zu den Teilnehmern

Im ersten Schritt möchten wir einen Überblick über die Teilnehmer*innen der Umfrage 2021/22 geben:

Die Traurednerinnen führen unsere Statistik, mit dreiviertel alle Befragten, mal wieder an.

Schaut man auf die Vollzeitbeschäftigung als Trauredner*innen, so führen nur etwa ein Drittel aller Beschäftigten die Tätigkeit Vollzeit aus.


(Vollzeittätigkeit)

Beim Alter unser Teilnehmer*innen zeigt sich innerhalb der Altersgruppen ein relativ ausgeglichenes Ergebnis. Die Verteilung zeigt, dass die Redner*innen zwischen 26 und 55 Jahren alt sind.

Spezifische Fragen

Kommen wir im Folgenden nun zu den spezifischen Fragen der Trauredner Umfrage 2021/22:

Über die Hälfte aller Teilnehmer sind zwischen 2 bis 5 Jahren als Trauredner im Geschäft. Dies Ergebnis zeigt, dass die Pandemie keinen erheblich großen Schaden über Branche gebracht hat und viele Trauredner*in die Krise gemeistert haben und trotzdem noch im Geschäft sind, ein Grund dafür könnte sein, dass viele Redner*innen ihre Beschäftigung im Nebenerwerb ausführen.
Wie auch schon in den Vorjahren absehbar war, sinkt die Zahl der Newcomer in der Branche. Die Anzahl derer, die 1 bis 2 Jahre im Business sind, ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Waren es 2021 noch 20,8% aller Befragten, so sind es in diesem Jahr nur noch 9,4%. An dieser Stelle könnte man die Vermutung ansetzen, Corona hätte viele Newcomer aus dem Vorjahr 2019/20 zum Aufgeben gezwungen.

(Aktivität als Trauredner)

Wie qualifizieren sich Redner für ihre Tätigkeit?

Die Möglichkeiten der Qualifizierung sind groß von Online-Kurse, über Coachings, Seminaren und IHK-Kursen über Selbststudium bis hin zum Theologiestudium oder der Tätigkeit als Standesbeamter bzw. Standesbeamtin.
Unsere Umfrage zeigt drei deutliche Qualifizierungs-Säulen.
Die Weiterbildung über Seminare und Workshops steht mit 47,9% an der Spitze. Das Selbststudium steht mit 16,7% aller Stimmen auf dem zweiten Platz. Die Qualifikation übers Hochschulstudium, bspw. in Theologie oder Germanistik geben 14,6 aller Befragten an.

(Qualifikation)

Qualifizierung ist das eine, wer jedoch langfristig erfolgreich sein will, dem sei geraten sich fortwährend weiterzubilden. Fast zwei Drittel aller Befragten geben an sich im Selbststudium fortzubilden. Ein fast genauso großer Teil besuchen Seminare und Workshops zu Weiterbildungszwecken. Coachings und Mentorings stehen mit 38,9 % auf Platz 3 bei den Befragten.
Der Austausch mit Kolleg*innen oder anderen Dienstleistern ist mit knapp 1% noch ausbaufähig. An dieser Stelle könnte man vermuten die Trauredner*innen haben den Mehrwert von Mastermind-Gruppen noch nicht erkannt. Der Austausch mit Kolleg*innen kann sehr wertvoll sein und das eigene Business durch eine Blick von Außen, neuen Inspirationen und der Erweiterung des Netzwerkes ordentlich voran bringen.

 (Fortbildung)

Wenn es um die Radius geht, in dem die Redner*innen unterwegs sind, dann ist zu erkennen, dass viele Kilometer auf sich genommen werden, um Paare glücklich zu machen. Die meisten Hochzeitsredner*innen nehmen Aufträge in einem Umkreis von 250 km an. Fast genauso viele haben ihr Einsatzgebiet auf einen Radius zwischen 50-100 km beschränkt. Knapp ⅛ aller Befragten liegen dazwischen und bedienen Einsätze im Umkreis zwischen 100-250 km. GRAFIK 5 (Radius)

Schauen wir auf die Wettbewerbssituation, so finden wir wie in den Vorjahren schon eine tendenziell starke Ausprägung. Im Vergleich zu 2020 ist die Wettbewerbssituation fast unverändert gleich geblieben und auch nicht weiter angestiegen.

Die Vorbereitung einer gelungenen Zeremonie benötigt Zeit. Der Zeitaufwand ist im Vergleich zu den Vorjahren fast unverändert. Fast die Hälfte aller Teilnehmer benötigen im Schnitt zwischen 21-30h für die Vor- und Nachbereitung einer Zeremonie. Im Vergleich dazu wendet fast die gleiche Anzahl an Befragten 11-20h für die Arbeit an der Trauzeremonie auf. Ein geringerer Teil der Teilnehmer, etwas 8,3% investieren mehr als 30h Arbeitszeit für eine Traurede. Ein Zeitaufwand von 10h und weniger stellt eine klare Ausnahmen da.

 (Zeitaufwand pro Zeremonie)

Honorare 2020/2021

Eines der spannendsten Themen ist wohl die Frage nach dem finanziellen Invest, den Paare für eine Trauzeremonie geben.

In unserer Umfrage haben wir dabei nach den Netto-Kosten, ohne Fahrtzeit gefragt. Die Ergebnisse sind denen des Vorjahres ähnlich. Mit 25% bewegen sich etwa ¼ aller Befragten in einem Preissegment zwischen 701-900 Euro per Zeremonie. Die Mehrheit von knapp 31,9 % geben einen Betrag von 901-1100 Euro als Honorar an. Noch einmal knapp ¼ aller Befragten veranschlagen Honorare zwischen 1110-1300 Euro. Einen Betrag von unter 700 Euro veranschlagen weniger Befragte. Auch liegt nur ein kleiner Teil der Befragten über einem Preis von 1301-1500 oder gar über 1501 Euro pro Zeremonie.

(Honorare)

Bei den Honoraren gibt es in diesem Jahr ein immer klarer werdendes Bild. War das durchschnittliche Honorar 2021 noch bei 701-900 Euro, so liegt es bei der diesjährigen Umfrage im Segment zwischen 901-1100 Euro. Daraus lässt sich eine Preissteigerung ableiten. An dieser Stelle könnte man vermuten, die Redner haben pandemiebedingt ihre Preise angehoben. Eine weitere Vermutung könnte aber auch die gestiegene Wertschätzung gegenüber der Arbeit von Trauredner*innen sein, die dann gerne etwas höher entlohnt wird. Das Hochpreissegment ist fast unverändert.

Wie auch in den vergangenen Jahren haben wir nach der Zufriedenheit mit den Honoraren gefragt. Bei dieser Frage fallen die Antworten durchwachsen aus. Jedoch lässt sich ablesen, dass die meisten Befragten mit ihren Honoraren generell zufrieden sind und es eine Tendenz nach obe gibt. Nur wenige Redner*innen sind gar nicht oder nur teilweise zufrieden mit ihrem Honorar.

Auftragslage und Einblick in die Corona-Lage 2021

Das Jahr 2020 war durch die Corona-Pandemie deutlich angespannt und die Auftragslage lag mit durchschnittlich 1 bis 10 Traureden deutlich im unteren Bereich. Die Hälfte aller Befragten geben an, auch 2021 zwischen 1 bis 10 Hochzeiten begleitet zu haben. Knapp ⅓ aller Befragten begleiteten zwischen 11-20 Hochzeiten im Jahr 2021. Ein kleinerer Teil der Redner*innen begleiteten zwischen 21 und 35 Reden. Mehr als 35 Reden wurden von nur sehr wenigen Rednerinnen begleitet.


 (Traureden 2021)

Weiterhin haben wir nach der Ausfallquote an Traureden 2021 gefragt und folgenden Antworten von den Befragten erhalten. Bei mehr als ⅓ aller Befragten sind bis zu 25% aller Reden im vergangenen Jahr ausgefallen und bei ungefähr der gleichen Anzahl an Befragten waren es sogar bis zu 50% aller Traureden. Ein etwas kleinerer Teil von 26,9% gibt an, dass sogar 75% aller Reden ausgefallen sind. Auch hier lässt sich deutlich erkennen, dass Corona dazu beigetragen hat, dass viele Hochzeiten abgesagt oder verschoben worden sind und somit die Reden nicht stattfinden konnten. Für dieses Jahr schauen wir optimistisch auf die Hochzeitssaison und sehen ein großes Interesse an freien Trauungen bei den Paaren.


 (Ausfallquote)

Beim Thema Verschiebungen haben wir nach Problemen mit den Paaren gefragt. Gut mehr als die Hälfte aller Befragten geben an, dass sie keine Probleme mit Verschiebungen von Trauungen hatten. Etwa ⅓ der Befragten wiederum hatten mit Problemen durch Absagen und Verschiebungen zu kämpfen. Im Allgemeinen lässt sich aber ablesen, dass die Brautpaare sehr viel Verständnis hatten und in den meisten Fällen eine Lösungen gefunden wurde, auch wenn es einige Herausforderungen gab.

Auf die Frage hin, ob es finanzielle Engpässe aufgrund der Pandemie gab beantworteten 38,9% aller Umfrageteilnehmer*innen mit Ja und 61,1% mit Nein. Da in der Befragung deutlich wurde, dass ca. 61,5% aller Befragten die Tätigkeit als Trauredner*in nicht in Vollzeitbeschäftigung ausüben, stellen wir die Vermutung an, dass dadurch wenige finanzielle Engpässe entstanden sind, da noch andere Einnahmequellen vorhanden waren. Anders bei den Redner*innen, die die Beschäftigung in Vollzeit ausführen, hier gab die gleich Prozentzahl an in finanzielle Schieflage geraten zu sein.

Blicken wir auf die Saison 2022

Auf die Frage, wie viele Trauungen sie planen anzunehmen, antworteten 15,6% der Teilnehmer mit 1-10 Aufträgen. 38,5% der Befragten planen zwischen 11-20 Aufträgen zu bearbeiten und 29,2% aller befragten Trauredner*innen planen 21-35 Aufträge abzuarbeiten. Ein kleinerer Teil plant auch mehr zwischen 36 bis 50 Paaren und mehr zu betreuen.

(Reden 2022)

Die Auftragslage für 2022 bewerten die Befragten positiv und mit hoher Tendenz. Ein großer Teil der Teilnehmer äußert sich als zufrieden mit der Auftragslage. Vermuten lässt sich dass die gute Auftragslage für 2022 den Verschiebungen und Absagen aus dem Vorjahr geschuldet ist und mehr Paare in diesem Jahr eine freie Trauung durchführen als noch vor der Pandemie.

 (Auftragslage 2022)

Zu den positiven Meldungen rund um die Auftragslage für 2022 äußern die Teilnehmer dennoch Sorgen und Bedenken. So haben die Befragten Bedenken hinsichtlich des Rollenverständnisses. Viele Redner*innen geben an sich im Selbststudium fortzubilden, doch haben einige Bedenken, dass die Qualität der Reden leidet, wenn man sich nicht fortwährend fortbildet. Zudem werden Bedenken aufgrund der Konkurrenzsituation geäußert. Es gibt noch den Einwand, dass die Erwartungen bei den Paaren immer stärker steigen, sich aber der Zeit- und Mehraufwand nicht in den Honoraren wiederspiegeln.

Als Bilanz aus der Umfrage können wir jedoch eine deutliche positive Entwicklung entnehmen. Die Paare sind im Hochzeitsfieber und die Auftragslage entspannt sich nach der zweijährigen Coronazwangspause gerade wieder etwas.

Hinweis in eigener Sache
Wenn euch die Auswertung unserer Trauredner-Umfrage gefällt, würden wir uns sehr über das aktive Teilen freuen. Möchtet ihr selbst über die Umfrage berichten, so könnt ihr weitere Auswertungen direkt bei uns anfragen.
 

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Uwe Klink der Freie Theologe
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